Rezension

“Ein Kuss aus Sternenstaub”- Jessica Khoury

14. Juli 2017
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Preis: € 9,99 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 448
Meine Wertung: 6/6
Reihe:<1/1>                                                                                                                                                                           ISBN: 978-3570403532                                                                                                                                               Verlag: cbj                                                                                                                                                 Rezensionsexemplar

Zahra zählt zu den ältesten und mächtigsten Dschinnys und wünscht sich nur eins, endlich frei zu sein. Seit 500 Jahren hart sie nun in ihrer Lampe aus bis Aladdin, ein dreister Dieb, sie endlich findet. Beide wollen sich zunächst gegenseitig benutzen, um das zu bekommen, was sie am meisten begehren. Aber nach und nach merken sie, dass es so viel mehr gibt und sie ihr Glück schon gefunden haben… Doch Dschinnys und Menschen ist es untersagt sich zu lieben. Um ihr Glück zu erhalten und Frei zu sein, müssen die beiden daher alles auf spiel setzten.

Aufgrund des Klappentextes war ich mir nicht sicher, ob mich eine neue kitschige und klischeehafte Version von Aladdin erwartet oder es der Autorin gelingt eine kreative und packende Neuerzählung zu erschaffen. Zum Glück bestätigte sich letzteres und ich konnte in eine grandiose und poetische Neuerzählung von Aladdin und die Wunderlampe eintauchen.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Dschinnys Zahra geschildert. Ich hatte das Gefühl, dass sie die Geschichte ihrer schon lang verstorbenen Freundin erzählt, da sie diese oft direkt anspricht. Sie spricht ihre verstorbene Freundin jedoch nicht zu oft an, was ich zunächst befürchtet habe, denn dies hätte mich in meiner Leseflüssigkeit gestört. Der Autorin gelingt es einfach unglaublich gut Zarahs Melancholie, ihren Schmerz und auch ihren Durst nach Freiheit und Selbstbestimmtheit in Worte zu fassen und dabei nicht tief in die Kitschschublade zu greifen. Die Sprache ist einfach poetisch, wunderschön und rieselt wie warmer Sand über die Haut. Zahra versucht sich selbst einzureden, dass sie böse und egoistisch ist, dabei besitzt die das wärmste Herz von allen.

Aladdin ist dagegen ein durch und durch frecher Dieb und dennoch hat auch er sein Herz am rechten Fleck. Er versucht mit allen Mitteln seiner schwierigen Kindheit zu entfliehen, was ihm einfach nicht gelingt und tagtäglich wird er mit der Vergangenheit konfrontiert. Die beiden Figuren liefern sich oft hitzige und auch witzige Wortgefechte. Man kann die Spannung zwischen den beiden förmlich spüren.

Obwohl Dschinnys Diner ihrer Lampenbesitzer sind, ist Zahra keineswegs schwach oder zart. Sie ist einfach so unglaublich stark, sie lässt sich ihren Willen nicht verbieten. Zarah hat ihre eigenen Wünsche im Blick, ohne dabei zu egoistisch zu sein. Sie manipuliert ihre Besitzer, sodass viel mehr sie die Diener sind. Die vielen starken weiblichen Figuren haben mich positiv überrascht, da viele Autoren und Autorinnen vor allem in Romanen mit orientalischen Settings Probleme haben starke und vor allem glaubhafte Protagonistinnen in die Geschichte einzubauen.

Insgesamt konnte mich „Ein Kuss aus Sternenstaub“ vollkommen überzeugen. Die Sprache ist poetisch und mitreißend. Vor allem die starken weiblichen Figuren konnten mich positiv überraschen.

 

©

  • Foto: Nona Nowak
  • Cover: cbj
  • Kreise: Gimp/Nona Nowak
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